Ich will am Ende keinen Anfang sehen…

 Ausgabe 145. der Literatursendung Summerau,96 vom 8. Februar 2012….  

ein Hörspiel, geschrieben und umgesetzt  von Gastgestalter Rupert Franz Kurz. Zum nachhören auf cba.FRO.at Textauszüge zum nachlesen findest du hier:

Über die Fähigkeit näher kommende Abgründe zu erkennen; über die Leichtigkeit Schuldzuweisungen zu verteilen und  über die Unfähigkeit in eingetretenen Wegen umzukehren.   

…..

Petra: Ich bin schon ruhig und bleib geduldig! Nur die Wartezeit ist mir  schon viel zu lang! Ich will das dieser unwürdige Zustand ein Ende findet. Ein Ende das aber nur von dir  gesetzt werden kann!

Küss mich und fahr nach Haus und sag ihr was Sache ist! Erwin!   Küss mich und mach  mit deinem eheverkrachten Dasein Schluss!

……..

im taxi-howrah-linz. ich will am ende keinen anfang sehen. foto: wally rettenbacher 2012

im taxi-howrah-linz. ich will am ende keinen anfang sehen. foto: wally rettenbacher 2012

Taxler: Guten Morgen Herr Abgeordneter. welch angenehmer Zufall sie wieder fahren zu dürfen, das ist sicher  schon das fünfte mal in diesem Monat…….Woher kommen sie denn? Haben sie für uns gekämpft? (lachend)……..Mit uns meine ich nicht alle, nicht diejenigen die es sich ohnehin richten können, nein ich spreche von jenen die nicht das Geld für sich arbeiten lassen können! Die auch nicht am Trog sitzen um einfach daraus zu schöpfen, Einen Trog den ein unüberschaubares Heer von Ameisen fleißig füllen! Und wenn der Trog nicht ständig fast am Überquellen ist, dann schreien wir: wir müssen einschreiten! Der Sozialstaat bringt uns um oder das Boot ist voll! die Ameisen die krank sind oder alt oder einfach nur nicht können, ja die! Die können nicht mit unserem Füllhorn rechnen. Keine Geschenke in diesen harten Zeiten. Aber sie haben  recht, in einem sind wir alle gleich: in der blinden Gier und der damit verbundenen  Ablehnung jeder Solidarität.

…….

Erwin: Aber so ist es doch nicht….. das ist doch reines schwarz-weiß – denken 
Taxler: (lachend) Eher schwarz-rot-blau 

…….

Klara: (abweisend) Erwin lass mich!……..ich kann SIE noch riechen

Erwin: Nein, Nein nicht schon wieder,  (redet sich in Rage)  immer wieder der gleiche Unsinn, natürlich kannst du Petras Parfum riechen, wir arbeiten auch zusammen, hörst du! Wir arbeiten zusammen, oder soll ich sagen: geh weg, komm mir höchstens  auf 10 Schritte nahe! Sie ist meine Assistentin! Wir  stehen  beieinander! Wir sitzen beieinander ! Wir  arbeiten zusammen das ist ihr  Job! das ist mein  Job!

Klara: Ich will nach Hause, bist du soweit?

Erwin: Nein mein Schatz, das tut mir leid, ich muss noch bleiben, siehst ja  wie es zu geht und dann hab ich noch mit Petra etwas zu besprechen.

Klara: Gut! Dann geh ich allein; ich muss morgen ausgeschlafen sein, Max hat mich eingeladen er entführt mich in die Welt der Kunst!

Erwin: (lachend) ja schön, aber treibt es nicht zu bunt.
 
…….
 
Max: Ich kann es kaum glauben! Du bist da. Ich konnte kaum schlafen; ich war mir einfach unsicher: kommst du – kommst du nicht?Und jetzt bist du hier! Auch wenn du nur aus Trotz gekommen bist, aus Enttäuschung weil Erwin keine Zeit für dich hatte. Aber egal, für mich zählt nur das du da bist.
 
Klara: Du bist ein Unverschämter Schmeichler
 
Max: Komm wir tauchen ein ins künstlerische! die Führung hat schon begonnen, wir müssen uns beeilen; denn ichkann dir den  Künstler nicht näher bringen. Wie bezaubernd du heute ausschaust.
……..
 
Klara: Warum nimmst du meine Hand?
 
Max:Ich weiß nicht….. ich.. Ich muss mich einfach an dir festhalten; stört es dich?
Klara:  Du bist ein Spinner! Nein, es stört nicht ………  es fühlt sich gut an dich zu spüren

…….

Erwin: Ach Petra, die kann mir gestohlen bleiben. Was soll ich mit einer Frau machen, noch dazu mit meiner engsten Mitarbeiterin, wenn die sich auch auf die Seite der Rebellen schlägt? Haben die Jungen nicht doch recht? hat sie mich ernsthaft gefragt! Ob sie Recht haben? So ein Schwachsinn! Aber lenk nicht ab: Wo warst du? Oder hat dich Max doch herumgekriegt? Ja klar! Der kennt keine Grenze des Anstands! Dieses Schwein, ein Freund will er sein! Nein ein Schwein ist er, nimmt sich die Frau seines Freundes!

Klara: Nein Erwin. Max hat mich dir nicht weggenommen. Max konnte dir nichts nehmen! Weil du mich nicht mehr hast! Ich gehöre nur mir! Und im übrigen: Max hat mich nicht genommen! Ich hab mir Max genommen!

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Die Mitwirkenden dieses Hörspiels waren: Lisa Fuchs war Klara, Hildegard Griebl-Shehata war Petra, Margit Achleitner war die Nachbarin, Hannes Schnur war Erwin, Andreas Weiss war Max, Seamus Hamilton war der Taxler, MagaMaria Meusburger Schäfer stellte Text und Ton während einerKunstvermittlungsführung durch die  Ausstellung von Markus Schinwald im Linzer Kunstmuseum Lentos zur Verfügung. 

Die musikalischen Zwischentöne kamen von Trafic de blues, Stefano Giardiniere und gianni e paolo.

Diese Autorenproduktion wurde im Studio der Medienwerkstatt Linz aufgenommen. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

Rupert Franz Kurz
Rupert Franz Kurz

 Rupert Franz Kurz lebt in Linz  ist Autor und Radiomacher, u.a. mit der Sendung „Peace Now“ auf Radio FRO 105.0. Sendezeit: 2. Donnerstag im Monat von 15-16 Uhr.

contact: r.f.kurz@gmx.net

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